Am 14.11.2025 fand am Mühlersbach in Flieden eine gemeinsame Pflanzaktion des NABU Flieden und des CDU-Ortsverbandes statt. Insgesamt drei neue Hochstamm-Apfelbäume wurden als Ersatz für abgestorbene Bäume entlang des beliebten Wiesenweges gesetzt.
Die ursprüngliche Baumreihe wurde bereits 1999 von Mitgliedern des NABU und der CDU gepflanzt und damals aus den Erlösen des CDU-Backhausfestes finanziert. Seitdem kümmert sich der NABU Flieden um Pflege, Schnitt und Freistellung der Bäume. An der diesjährigen Pflanzung beteiligten sich viele Helferinnen und Helfer - von klein bis groß. Gemeinsam wurden drei verschiedene alte Apfelsorten (Gewürzluiken, Hasenkopf und Hauxapfel) gesetzt und mit Pfählen und Verbissschutz gesichert sowie angegossen. Die neuen Bäume sind robust, gut für Streuobstwiesen geeignet und können viel Ertrag bringen, benötigen aber mehr Platz und sind anfangs mit einer längeren Erziehungsphase verbunden. Sie stehen auf einer Fläche der Gemeinde Flieden und tragen dazu bei, die biologische Vielfalt zu fördern - denn die Blüten sind wichtig für Insekten und ihre Früchte stellen für zahlreiche Tierarten eine wertvolle Nahrungsquelle dar.
Weitere Vorteile von hochstämmigen Obstbäumen im Vergleich zu Halb- und Zwergstamm sind ihre Langlebigkeit, und ihre bedeutende Funktion als Lebensraum für Tiere.
Die Aktion war damals wie heute ein schönes Beispiel für gelebtes Miteinander und ehrenamtliches Engagement - und führte dazu, dass die 1999 begonnene Pflanzreihe vervollständigt wurde. Wir freuen uns über die gelungene Zusammenarbeit und danken allen freiwilligen Unterstützenden sowie der CDU, die die Kosten für die neuen Bäume übernommen hat.
Am 9. Juli haben wir gemeinsam mit einigen engagierten NABU-Mitgliedern eine neue Insektennisthilfe auf einer unserer eigenen NABU-Flächen errichtet – ein kleiner, aber wichtiger Beitrag für den Schutz der Wildbienen. Mit vereinten Kräften wurde die Nisthilfe aufgestellt und sicher verankert. Alle Beteiligten haben mit viel Freude und Einsatz mitgeholfen.
Warum Insektennisthilfen?
Viele Wildbienenarten sind in ihrer Existenz bedroht, unter anderem durch Lebensraumverlust und fehlende Nistmöglichkeiten. Nisthilfen aus Holz oder Schilf bieten vor allem hohlraumnistenden Arten eine wertvolle Alternative, wenn natürliche Strukturen wie Totholz oder alte Pflanzenstängel fehlen.
Nicht nur Nisthilfen: Der Großteil der Wildbienen brütet im Boden
Was viele nicht wissen: Der Großteil unserer heimischen Wildbienen nistet nicht in hohlen Stängeln oder Holzröhren, sondern im Boden – bevorzugt in offenen, sandigen und besonnten Flächen. Deshalb ist es genauso wichtig, auch geeignete Bodenstrukturen zu schaffen.
Eine Idee für den eigenen Garten: Ein Sandarium anlegen
Wer im eigenen Garten etwas für Wildbienen tun möchte, kann ganz einfach ein sogenanntes Sandarium anlegen – ein kleiner, sonniger Bereich mit feinem Sand oder sandiger Erde, möglichst ohne Bewuchs. Wichtig ist, dass der Bereich keine Staunässe abbekommt. Schon eine Fläche von einem halben Quadratmeter kann ausreichen, um bodennistenden Wildbienen eine Heimat zu bieten.
So kannst du aktiv werden:
Insektennisthilfe aufstellen: Am besten aus Hartholz mit Bohrlöchern von 2–9 mm oder mit gebündelten Schilf- bzw. Bambusröhrchen. Wichtig: saubere, glatte Bohrlöcher!
Sandarium anlegen: Mindestens 30–50 cm tiefer Sandboden an einem sonnigen Ort im Garten.
Blühpflanzen säen: Eine artenreiche Wildblumenmischung bietet Nahrung für viele Insektenarten – idealerweise mit möglichst vielen heimischen Pflanzenarten.
Am 28.03.25 haben wir, das NABU-Team Flieden, wieder an der traditionellen Osterputz-Aktion der Gemeinde teilgenommen. Gemeinsam mit acht engagierten Helfern machten wir uns auf, um das Gebiet rund um Flieden von Müll zu befreien – ein jährlich wiederkehrendes Highlight!
Die gute Nachricht: Es war nicht viel Müll zu finden, was zeigt, dass die Umweltbewusstseinsmaßnahmen in der Region greifen. Dennoch bleibt jedes Stück Müll, das in der Natur landet, ein Schaden für unsere heimische Flora und Fauna. Wir sind uns alle einig: Jeder kann seinen Beitrag leisten, um die Natur zu schützen – durch verantwortungsvolles Handeln und bewusstes Entsorgen von Abfällen.
Es ist schön zu sehen, dass wir gemeinsam schnell und effektiv einen Beitrag zu einer saubereren Umwelt leisten konnten. Doch der wahre Erfolg kommt erst dann, wenn jeder von uns im Alltag dafür sorgt, dass weniger Müll in unserer Natur landet.
Ein herzliches Dankeschön an alle, die dabei waren und mitgeholfen haben!
Pflegeaktion am Hermannswasser
Einige fleißige Naturschützer des NABU Flieden trafen sich am Samstag, den 15. Februar 2025, am Hermannswasser. Dort befinden sich unterhalb des Regen-Rückhaltedamms zwei Naturteiche, die vor wenigen Jahren als Ausgleichsmaßnahme geschaffen wurden. Der NABU Flieden hat für die Gemeinde Flieden die Pflege dieser Stillgewässer übernommen.
Kleinere Gewässer wie diese beiden Tümpel müssen auf jeden Fall gepflegt werden, sonst verlanden und verschatten sie recht schnell. Da viele im Wasser lebende Tier- und Pflanzenarten sehr „lichthungrig“ sind, meiden sie vor allem von außen zugewachsene und damit zu kalte Teiche. Man denke da vor allem an die recht farbenfrohen Libellen, die oft über der Wasseroberfläche jagen, sowie an deren Larven, die im Wasser leben, um dort ihre Nahrung zu finden. Also machten wir uns mit allen Ausrüstungsgegenständen, die uns zur Verfügung standen, ans Werk. Der Faustregel folgend haben wir ca. ein Drittel der Erlen, die die beiden Teiche dicht umrundet hatten, stehen gelassen. Das genügt, um eine vielfältige Struktur zu schaffen und die vorhandenen Arten im Gewässer zu halten. Auch das entstandene Schnittgut konnten wir gut gebrauchen, um daraus eine sogenannte Benjes-Hecke herzustellen. Das als Wall gestapelte Schnittgut dient so zunächst weiteren Arten als Lebensraum und auch als Windschutz. Durch Windanflug und aus dem Kot rastender Vögel entsteht über die Jahre daraus eine natürliche Hecke. Nach getaner Arbeit waren wir alle reichlich stolz auf unser Werk, guter Dinge und voller Hoffnung, vielen Tier- und Pflanzenarten etwas Gutes getan zu haben. Also belohnten wir uns noch mit einem kleinen Imbiss und Kaffee. Für die richtig Durstigen gab es auch ein/zwei Fläschchen Bier, und so klang der Vormittag bei ein paar netten Gesprächen aus.
Mit Hilfe von Matthias Kraft als Experten haben wir unsere Apfelbäume am Mühlersbach in Flieden geschnitten und gelernt, wie das funktioniert, um auch eigene Obstbäume im Garten und andere Obstbäume auf NABU eigenen Flächen zu schneiden. Dabei kommt es auf die richtige Technik an. Solche Schnittmaßnahmen sind unbedingt nötig zur Pflege und Erhaltung der Bäume und um die Gesundheit sowie den Ertrag der Bäume zu verbessern. Anschließend wurden alle Äste und Stämme auf einen Haufen gelegt, um als Reisig- und Totholzhaufen Tieren wie dem Igel, Amphibien und Reptilien einen Unterschlupf zu bieten. Totholz stellt einen Lebensraum für viele Insekten sowie Spinnen dar, welche Vögeln als Nahrungsquelle dienen.
Unter dem Motto „Insektenjagd und Bau einer Nisthilfe“ nahmen zehn Kinder am Aktionsvormittag der NABU-Gruppe Flieden teil. Mithilfe von Becherlupen sammelten die Kinder am Paddelteich und im Stadion verschiedene Insekten. Zum Glück war das Ufergrün rund um den Paddelteich noch nicht gemäht worden, sodass die Kinder dort viele Tiere entdeckten. Gemeinsam mit den Betreuern bestimmten sie die Insekten und ließen sie anschließend selbstverständlich wieder in die Natur frei. Insgesamt fingen die Kinder: 1 Laufkäfer, 10 Libellen, 2 Motten, 4 Schmetterlinge, 2 Fliegen, 5 Honigbienen, 7 Grashüpfer, 1 Hummel, 1 Spinne und 1 Ohrwurm. Die beiden Gruppen fanden insgesamt 37 Tiere – ein erfreuliches Resultat.
Nach der intensiven Suche folgte eine wohlverdiente Frühstückspause. Anschließend wurden die Insektennisthilfen gebaut. Zunächst arbeiteten die Kinder unterschiedlich große Löcher sorgfältig aus. Danach bastelten sie noch ein Dach für die Nisthilfen. Reinhard Schäfer stellte das nötige Werkzeug sowie die vorbereiteten Einzelteile zur Verfügung.
Zum Abschluss testete ein Quiz das Wissen der Kinder über Insekten, ihre Lebensweise und ihre Bedeutung für die Natur. Sieben Fragen mussten beantwortet werden, und danach durften alle Kinder an einer Tombola teilnehmen. Die drei Hauptgewinne – eine Dose Wildblumensamen, ein Buch über den Grünspecht und eine CD mit „Stimmen der Tiere in der Wiese“ – wurden unter den Kindern verlost und an die glücklichen Gewinner übergeben. Zwischendurch hatten die Kinder die Möglichkeit, sich ein Tiermotiv als temporäres Tattoo auf die Haut malen zu lassen. Insgesamt war es ein rundum gelungener Vormittag, wie die Kinder begeistert berichteten. Der Tag trug dazu bei, den Kindern die Bedeutung einer intakten Natur und wertvolle Lebensräume für Insekten näher zu bringen.
Mit unserem Hochgrasmäher und Motorsensen haben wir im August das Gras um unsere Apfelbäume am Mühlersbach, welche auf Gemeindegebiet stehen, abgemäht und, nachdem es 1-2 Tage trocknen konnte, das Schnittgut abgetragen und damit in der Nähe Haufen gebildet. Der Mäher arbeitet insektenschonend durch sein spezielles Mähwerk. Tiere im Gras werden nicht getötet und können anschließend in das in diesem Bereich noch vorhandene hohe Gras in der der Umgebung flüchten. Die dort entstandenen "Grasberge" sind wie die bereits vorhandenen Reisighaufen ein Unterschlupf für viele Tiere. Vor allem im Winter können sich Wildtiere wie der Igel, Amphibien sowie Insekten vor der Kälte schützen.